„Fledermausschutz im Nationalen GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus“ – fast die Hälfte der Filmaufnahmen entstand in Nanzenbach

Breitscheid (ul). „Fledermausschutz im Nationalen GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus“ heißt das dritte Filmprojekt der Breitscheider Fritz-Philippi-Schule, das am Freitag in der Aula vorgestellt wurde. Herausgekommen ist ein zwanzigminütiger Streifen. Gedreht wurde er überwiegend von einer vierköpfigen Schüler-AG, die aus Sabrina Dickel, Josy Henning, Björn Klaas und Lukas Wallmeroth bestand (alle aus der Klasse 7b), und die von ihrem Lehrer Uli Horch angeleitet wurden. Bei den Tonaufnahmen wirkte Melissa Feldmann aus der Klasse 10R mit. Das Nanzenbacher Ehepaar Renate und Uli Thomas unterstützte die jungen Akteure wie bei den beiden Filmen zuvor wieder maßgeblich bei der Technik, vor allem bei Schnitt und Ton. Außerdem gehörte Angela Stein aus dem gleichen Dorf dieses Mal zu den Mitwirkenden.

Die meisten Dreharbeiten fanden in der Projektwoche dieser Schule im letzten September statt. Das Team suchte zunächst Ulla Schäfer in Herborn auf, die seit vielen Jahren verletzte und flugunfähige Fledermäuse pflegt. Diese machte sie mit einem Großen Mausohr und einer Zwergfledermaus bekannt und erzählte ihnen dabei allerlei Wissenswertes über das Leben dieser flugfähigen Säugetiere.

Ein weiteres Exkursionsziel für die Aufnahmen war das Fledermaus-Haus in Greifenstein-Allendorf, das ebenfalls Ulla Schäfer vorstellte. Auf dem Dachboden dieses alten Fachwerkhauses gegenüber der Kirche benutzen alljährlich Hunderte von Großen Mausohren ihr Sommerquartier und ziehen hier auch ihren Nachwuchs groß. Das Haus befindet sich inzwischen im Besitz der „Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz“ (HGON), die es nach und nach zu einem Informationszentrum ausbauen will.

2015 07 27 fledermaus fpsHöhepunkt und Abschluss der Projektwoche war das inzwischen traditionelle Herbstfest der Fritz-Philippi-Schule. Auch hier trat die Herborner Fledermausschützerin mit ihren Tierchen mehrere Stunden lang auf. Ihr Stand im Klassenraum der 7b war ständig von Dutzenden von interessierten Kindern und Erwachsenen umlagert, wie es auch im Film zu sehen ist.

Der vierte Ort für die Aufnahmen war der Dilllenburger Ortsteil Nanzenbach. Weit und breit gibt es kaum ein besseres Paradies für die insgesamt 16 heimischen Fledermausarten. Während sie woanders schon längst auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten stehen, finden sie hier in der vielfältig gegliederten Gemarkung während des Sommers optimale Lebensbedingungen vor. Ein Obstbaumgürtel um das Dorf herum, Hecken und Magerrasen mit ihrer Blütenvielfalt locken viele Insekten an, und genau diese werden nachts von den Fledermäusen gejagt. Andererseits bieten alte Scheunen, die vielen Schneitelbäumen mit ihren hohlen Stämmen und vor allem an die hundert Felsenkeller vielerlei Unterschlupfmöglichkeiten im Sommer.

Entscheidend sind aber die vielen Stollen im angrenzenden Schelderwald, die von dem jahrhundertelangen Erzbergbau übrig geblieben sind. Um die 140 sind es, schätzt der Braunfelser Fledermaus-Experte Josef Köttnitz. Als Winterquartiere locken sie die Tiere von weither an. Vermutungen gehen dahin, dass hier die Mehrheit der Tiere aus Hessen die kalte Jahreszeit übersteht. So führte er die Filmer im Februar auch kurz in zwei Stollen, die den Aufnahmen von der Projektwoche angefügt wurden.

2015 07 27 filmteam fpsNach der Uraufführung in der vollbesetzten Aula gab es denn auch viel Lob. Schulleiter Herbert Jochmann wer erfreut über das Engagement dieser Schüler. Vizelandrat Heinz Schreiber (Grüne), der sowohl Naturschutz- als auch Schuldezernent des Lahn-Dill-Kreises ist, war sichtlich angetan und wünschte und sich weitere solcher Projekte. Er ging vor dabei auf den Klimaschutz als wichtige Aufgabe für die nahe Zukunft ein. Erfreut zeigte sich Rudolf Fippl als Vorsitzender des Lahn-Dill-Naturschutzbeirates. Gleichzeitig ist er auch HGON-Landesvorsitzender und kündigte an, diesen Film künftig bei der Öffentlichkeitsarbeit einzusetzen.

Den will auch die Geschäftsstelle des „Nationalen GEOPARKs Westerwald-Lahn-Taunus“ für die Werbung für ihr Projekt nutzen. Sie hatte der Breitscheider Schule ursprünglich die Filmkamera mitsamt Zubehör spendiert, und so freute sich jetzt deren Chef Knut Rehn über den dritten Film, der in Breitscheid fertig gestellt wurde. „Diese werden mit Sicherheit bei der Rezertifizierung als Nationaler Geopark“ eine Rolle spielen.

Zusammen mit seinem Kollegen Michael Volkwein überreichte er Schülern eine Urkunde als Dank für ihren Einsatz. Außerdem gab es für diese ein kleines Präsent: die Sonderausgabe der „Bild der Wissenschaft“ über Geoparks in Deutschland und die beiden kleinen Geomilio- und Geomilia-Figuren, die als Sympathieträger für den heimischen Geopark wirken sollen.

Der „Uraufführung“ schloss sich ein „Tag für Fledermäuse“ an. Fast alle Klassen der Grund-, Haupt- und Realschule nutzten die Gelegenheit, sich den Film noch anzuschauen und im Klassenraum der 7b lebende Vertreter dieser Tierfamilie kennenzulernen.