2009 erhielten die Nanzenbacher vom damaligen Wirtschaftsminister Posch den Bescheid, dass sie in das hessische Dorferneuerungsprogramm aufgenommen worden sind. Das sorgte in der Folgezeit für einen regelrechte Atmosphäre des Aufbruchs, wie Landrat Wolfgang Schuster (SPD) und die Bundestagsabgeordnete Dagmar Schmidt (SPD) jetzt erfuhren, als sie von ihren örtlichen Genossen in diesen Dillenburger Stadtteil eingeladen worden waren. Doch passiert ist seitdem – nicht viel. „Frustriert und enttäuscht" – so bezeichnete SPD-Ortsvereinsvorsitzende Petra Maag die Stimmung in den letzten Monaten in ihrem Dorf.

Doch offenbar kamen die beiden prominenten Sozialdemokraten zu einem Zeitpunkt hierher, zu dem es endlich sichtbar nach vorne geht. Der Kirchenvorplatz und die Grünanlage unterhalb der benachbarten Grundschule gemeinsam umzugestalten, das war eigentlich schon für 2013 vorgesehen. Jetzt endlich sind die Aufträge dafür vergeben worden, und mit den Bauarbeiten soll bald begonnen werden, informierten Pfarrer Stefan Fetscher sowie Bruno Müller und Rüdiger Klein vom Arbeitskreis Dorferneuerung die Besucher.

In welchem baulichen Zustand das Gemeinschaftshaus, in dessen Untergeschoss die Feuerwehr ihr Quartier hat, und die benachbarte Gymnastikhalle sind, sahen Dagmar Schmidt und Wolfgang Schuster zum Abschluss ihres Rundgangs. „Es regnet schon längst hinein", erfuhren sie. Deswegen stehe auch im Mittelpunkt der Pläne, diesen Gebäudekomplex gemeinsam zu sanieren und eine Begegnungsstätte daraus zu machen.

Offenbar bewegt es sich hier derzeit: In der Woche zuvor war der Bescheid der WI-Bank aus Wiesbaden gekommen, dass diese Maßnahme mit annähernd 700.000 Euro gefördert werden soll. Parallel dazu beraten die städtischen Gremien derzeit über ihren finanziellen Beitrag für diese Maßnahme.

2014-09-19-schuster-schmidt-in-nanzenbachBegrüßt worden waren die beiden zuvor in der örtlichen Bücherei, dem ersten sichtbaren Ergebnis der Dorferneuerung. Diese funktioniert allerdings seit fast zwei Jahren, ohne dass sie bisher einen einzigen Cent an öffentlichen Zuschüssen erhalten hat, wie Rita Reeh informierte, die auch den Besuch von Schmidt und Schuster zuvor organisiert hatte.

Der Landrat hatte sich von seinem zuständigen Amt für den ländlichen Raum die aktuellen Zahlen mit auf den Weg geben lassen: „Dreizehn private Vorhaben mit einem Volumen von 335.000 Euro sind schon angelaufen. Von Wiesbaden werden sie mit 100.000 Euro bezuschusst", sagte er. Diese Informationen sorgten bei den Nanzenbachern für den Eindruck, dass nach den Monaten des vergeblichen Wartens jetzt endlich wieder Schwung in die Sache kommt.