Über viele Jahrhunderte, vermutlich sogar an die zweitausend Jahre, waren die Köhler allerorten in den heimischen Wäldern zu finden. Ihr Produkt, die Holzkohle, war unersetzlich für die Eisenhüttenleute. Holz entwickelte nämlich beim Verbrennen nicht genug Hitze, um aus dem Erz reines Eisen gewinnen zu können. Das ging nur mit dem „veredelten" Produkt.

Als 1862 die Eisenbahn das Dilltal erreicht hatte, stand die Steinkohle des Ruhrgebiets auch hierzulande in großen Mengen zur Verfügung. Die Hochöfen, die mit Holzkohle betrieben wurden, wurden jetzt unwirtschaftlich und deswegen nach und nach niedergelegt. Als letzter in der Region erlosch der von Eibelshausen 1898.

2014-06-koehlerei-dht-uli-horch 02Mit ihnen verschwanden die Kohlenmeiler aus den heimischen Wäldern. In Ewersbach (heute ein Ortsteil von Dietzhölztal) lebte diese Tradition nach dem 2. Weltkrieg noch einmal in bescheidenem Maße auf – als die Köhlerfamilie Hausner aus dem Sudentenland vertrieben wurde und hier eine neue Bleibe fand.

Adolf Hausner war es, der ab den späten 70er Jahren für ein alljährliches Köhlerfest sorgte, das seither im „Berger Wald" am Ebersbach stattfindet. Schon vor Jahren hat er sein Know-how an Wolfgang Grau weitergegeben, die in diesem Jahr zusammen mit seinem Sohn Michael den Meiler aufgebaut hat. In den letzten Tagen waren schon viele Besucher da. Die den beiden bei ihrer Arbeit über die Schultern schauten.

Mittlerweile befindet sich der Meiler in der Abkühlungsphase. Am Samstag, dem 19. Juli, soll in aller Frühe ab 6 Uhr mit dem Abbau und Abernte begonnen werden. Ab 8 Uhr beginnt der Verkauf. Es werden an die vier Tonnen Holzkohle erwartet. Die Graus rechnen mit einer großen Nachfrage. Kontakt: Wolfgang Grau, Tel.-Nr. 02774-5984.

2014-06-koehlerei-dht-uli-horch 01