Auch Fichtenharz hat heilende Wirkung

Dillenburg-Nanzenbach (ul). Das Wetter und das Thema, unter dem der Nanzenbacher Heimatverein zu seiner jüngsten Kräuterwanderung eingeladen hatte, hätten gegensätzlicher kaum sein können. „Der nächste Winter kommt bestimmt", lautete es, als der Pfingstsamstag einen der ersten richtig warmen Sommertage bescherte. Mit Heike Nickel hat der Verein seit Jahren eine Expertin in den eigenen Reihen. Sie wollte mit diesem Motto darauf aufmerksam machen, dass in der warmen Jahreszeit die Pflanzen geerntet und gesammelt werden müssen, die später dabei helfen, die Infekte zu lindern, die der Winter häufig mit sich bringt. Vom Gemeinschaftshaus über den Hungersberg bis zum Schmiedhain und zurück am Schwarzbach entlang führte ihre Route.

„Der Spitzwegerich ist die Heilpflanze des Jahres 2014. Damit kann man einen sehr wirksamen Hustensaft herstellen", erklärte sie ihren Mitwanderern, und hatte rasch einige Exemplare dieser Allerweltspflanze am Wegrand gefunden. Ähnliche Linderung bei Husten können auch die Blüten von Holunder, Mädesüß und Odermennig schaffen, die sie alle auf ihrer Wegstrecke vorstellen konnte.

„Die Blätter von Huflattich hat man früher sogar wie Zigaretten geraucht", führte sie den staunenden Interessenten vor, und fügte an: „Er erweitert die Bronchien und hilft beim Abhusten". Eine antibiotische Wirkung schreibt man den Blättern der weißen Taubnessel zu. Sogar der Harz, den verletzte Fichten aus ihrer Rinde ausscheiden, hat eine heilende Wirkung. „Zusammen mit Thymian, Lavendel und Salbei bildet er die Grundlage für eine Salbe, mit der sich Patienten bei Husten einreiben können", erklärte sie.

Der Abschluss der Exkursion fand in Heike Nickels Kräutergarten an der Goldbachstraße statt, den sie vor zwei Jahren eigens für ihr Hobby anlegte. Bärbel Hartmann und Margret Boldt vom Vorstand des Vereins versorgten die Wanderer mit Kaffee und Kuchen, während diese in dem Gärtchen weitere Heilpflanzen kennenlernen konnten, die in der freien Natur nicht zu finden sind.