Marienstatter Zukunftsgespräche mit Beteiligung aus dem Lahn-Dill-Kreis:

Hachenburg – Kloster Marienstatt (ul). „Steine zu begreifen ist in einem Geopark besonders leicht. Der Geopark Westerwald-Lahn-Taunus bietet hier für eine Fülle von Aufschlüssen, auch ‚geologische Fenster‘ genannt. Die wirtschaftliche Nutzung von Steinen und Erzen hat hier eine lange Tradition. Deshalb wurde ihm zu Recht vor einem halben Jahr das Gütesiegel ‚Nationaler Geopark in Deutschland‘ zuerkannt.“

So stand es in der Einladung zu den ‚Marienstatter Zukunftsgesprächen‘. Sie fanden am Wochenende zum zwölften Mal in jährlicher Folge in der gleichnamigen Abtei bei Hachenburg statt und waren wie diejenigen zuvor in Zusammenarbeit mit dem Westerwaldverein und der Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz organisiert worden.

Sie haben den Anspruch, eine „Veranstaltungsreihe zur nachhaltigen Regionalentwicklung des Westerwaldes“ zu sein und wollen dazu viele Akteure aus der Region zusammenbringen. Zum dritten Mal stand das Thema „Geopark“ im Mittelpunkt. Geotourismus zu entwickeln und zur Wertschöpfung in der Region beizutragen, gehörte dieses Mal wieder zu den Zielen. Knapp 120 Interessenten waren es dieses Mal, die am Freitag und am Samstag den Fachvorträgen folgten.

2013-11-16-marienstatter-zukunft-uh-nov-13-2 006Mit dabei waren auch Akteure aus dem Lahn-Dill-Kreis. Melissa Feldmann, Realschülerin an der Breitscheider Fritz-Philippi-Schule, und ihr Lehrer Uli Horch stellten einen Film vor, den eine Schüler-AG  im Auftrag der Geopark-Geschäftsstelle vor knapp zwei Jahren drehte. Diese erhielt tatkräftige Unterstützung von dem Nanzenbacher Ehepaar Renate und Uli Thomas. Die Schüler drehten auch in Nanzenbach einige Szenen, bei Horst Nickel, als der noch an dem Fördergerüst baute.  Der Film gehörte mit zu den Unterlagen, als es um das Zertifkat zum „Nationalen Geopark“ ging und wird mittlerweile regelmäßig zu Informations- und Werbezwecken genutzt.

„Regionale Erdgeschichte erlebbar machen“ – unter dieser Überschrift stellte Knut Rehn, der Leiter der Braunfelser Geopark-Geschäftsstelle das Leitbild des Nationalen GEOPARKS Westerwald-Lahn-Taunus vor. Dass dieses Projekt sich in raschen Schritten entwickelt, konnte er anhand einer Statistik dokumentieren. Neben den sieben Geo-Informationszentren in den vier beteiligten Landkreisen gibt es mittlerweile 19 ausgewiesene Geopunkte und 35 Geotope sowie 17 Georouten. Die „Markenzeichen“ sind jeweils Gabionen, die mit dem lokal vorkommenden Bodenschatz gefüllt und mit entsprechenden Info-Tafeln versehen sind. Um das Projekt ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, würden derzeit systematisch Geopark-Botschafter und –Lotsen sowie auch lokale Akteure weiterqualifiziert, berichtete Rehn.

Die übrigen Vorträge hielten überwiegend Wissenschaftler mehrerer deutscher sowie einer Schweizer Universität.